Die Finanzplatz München Initiative startet erfolgreich „fpmi inside – Münchens Finanz Forum“

23.11.2009 von Finanzplatz München Initiative

Am Donnerstag, 19. November, fand der Auftakt der neuen exklusiven Veranstaltungsreihe „fpmi inside – Münchens Finanz Forum“ statt. Rund 120 High Potentials der fpmi-Mitgliedsunternehmen trafen sich. Im Anschluss an die Rede von Klaus Greger, Bereichsvorstand der HypoVereinsbank, diskutierten sie über dessen Ausführungen und andere für die Finanzwirtschaft relevante Themen.

Zu den Zielen der Finanzplatz München Initiative (fpmi) gehört auch die engere Vernetzung der einzelnen Akteure am Finanzplatz München. Um dem ein Stück näher zu kommen, hat die fpmi eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen: „fpmi inside – Münchens Finanz Forum“. Diese bietet künftig drei- bis viermal jährlich Nachwuchs- und Fachkräften der fpmi-Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und Meinungen offen und kritisch auszutauschen. Schon die Auftaktveranstaltung am 19. November  machte deutlich: „fpmi inside“ ist ein Erfolg.

Rund 120 Teilnehmer hatten sich in den Räumen der Börse München am Karolinenplatz eingefunden. Die Einladung der Teilnehmer erfolgte auf persönlichen Vorschlag der jeweiligen Vorstände oder Geschäftsführer der fpmi-Mitgliedsunternehmen. Nach der Begrüßung durch Christine Bortenlänger, Sprecherin der fpmi und Mitglied der Geschäftsführung der Börse München, hielt Klaus Greger, Bereichsvorstand Firmenkunden Deutschland der HypoVereinsbank, die Premieren-Rede.

Unter der Überschrift „Wirtschaftsperspektiven 2010 – gemeinsam aus der Krise“ ließ Greger kurz den bisherigen Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise Revue passieren und gab einen differenzierten Ausblick in die Zukunft. Dabei warnte er vor zu viel Optimismus hinsichtlich einer bereits vollzogenen Erholung der Finanzmärkte. Auch wenn der IWF seine Prognose über die Gesamthöhe der Verluste und Abschreibungen jüngst nach unten korrigiert habe, so seien von den jetzt geschätzten Krisenkosten von 3,4 Billionen US-Dollar bislang erst 1,6 Billionen US-Dollar abgeschrieben. „Da kommt also noch einiges aufs uns zu“, so Greger. Auch die jüngsten guten Ergebnisse etlicher Banken entsprängen einer Sondersituation. Hier hätten die Turbulenzen an den Märkten, die Fülle von Neuemissionen von Staatstiteln und Unternehmensanleihen, sowie die billige Liquidität für sehr günstige Rahmenbedingungen gesorgt.

Die im Zusammenhang mit den aktuellen Gewinnen der Banken in der Öffentlichkeit öfter zu hörenden Vorwürfe, die Kreditwirtschaft habe aus der Krise nichts gelernt, wies Greger scharf zurück. Die Branche und die gesamte Wirtschaft hätten vielmehr die richtigen Lehren gezogen. So habe sich als Voraussetzung für Veränderungen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Selbstregulierung der Märkte nicht immer funktioniere. Infolgedessen herrsche inzwischen Einigkeit, dass die Finanzmärkte weltweit einheitliche Regeln brauchten. Hier sei man mit den derzeit eingeleiteten Maßnahmen auf einem guten Weg.

Die Krise habe aber nicht nur diesen Prozess des Umdenkens in der Finanzwelt in Gang gesetzt, sondern auch grundsätzliche Entwicklungen beschleunigt. Greger griff dabei vor allem zwei Tendenzen heraus, die seiner Ansicht nach mittelfristig für die Wirtschaft prägend sein dürften:

Auf der einen Seite sei dies die neue Rolle des Staates in der Wirtschaft. Durch ihr Handeln in der Krise habe die Politik deutlich an Renommee gewonnen, zugleich sei der Staatseinfluss in der Wirtschaft sowohl merklich gestiegen als auch weitgehend akzeptiert worden. Allerdings dürfe dieser Einfluss auch nicht zu weit gehen. „Wir müssen den Spagat zwischen Freiheit der Märkte und Eingriff des Staates hinbekommen“, fasste Greger die hier anstehenden Aufgaben zusammen.

Die zweite Tendenz, die er derzeit sehe, sei eine Renaissance des Eigenkapitals, sagte Greger. Dabei hätten die grundsätzlich sinnvollen höheren Eigenkapitalanforderungen allerdings nicht nur positive Folgen. So würde beispielsweise das potenzielle Kreditvolumen der Banken dadurch dauerhaft eingeschränkt. Um hier gegenzusteuern sei es unter anderem wichtig, dass der derzeit brachliegende Verbriefungsmarkt wieder in Gang käme.

Vor allem die von Greger aufgestellten Thesen zum Thema Eigenkapital lieferten Stoff für die anschließende Diskussion. So wurde unter anderem die Frage gestellt, inwieweit der steigende Bedarf an Eigenkapital zu mehr Börsengängen mittelständischer Unternehmen führen könnte. Hier gab sich Greger zwar optimistisch, allerdings rechnete er nicht in den kommenden zwölf Monaten damit. Auf die Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes angesprochen sagte Greger, hier halte er zum Anschub ein staatliches Mitwirken für nötig.

Nach Vortrag und Diskussion begann das gegenseitige Kennenlernen, der Meinungsaustausch und das Netzwerken der Gäste. Bei Buffet und Getränken unterhielten sich die Teilnehmer deutlich über das für 20.30 Uhr geplante Veranstaltungsende hinaus. Das Fazit von Gastgeberin Bortenlänger zur fpmi-inside-Premiere: „Sowohl die Resonanz hinsichtlich der Teilnehmerzahl als auch die vielen guten Gespräche, die heute Abend geführt wurden, zeigen, dass wir hier eine Veranstaltungsreihe angestoßen haben, die sowohl für die Gäste als auch für die fpmi – im Hinblick auf den Vernetzungsgedanken – eine echte Bereicherung darstellt.“

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