„Die Transaktionssteuer hilft wenig und schadet viel – ein klassisches Eigentor“

20.05.2010 von Boerse Muenchen

Eine Transaktionssteuer muss, damit sie überhaupt wirkt, international und mit identischer Belastung greifen, sonst wird der Finanzplatz Deutschland umgangen und der Wettbewerb verzerrt. Schon dies scheint aufgrund der Skepsis der USA und vieler anderer Länder wenig realistisch. „Die eindeutig ablehnenden Reaktionen aus aller Welt auf den deutschen Alleingang bei den Leerverkäufen sprechen eine deutliche Sprache. International wird ein abgestimmtes Vorgehen erwartet“, so Bortenlänger.  „Mit der Transaktionssteuer wird weder das weltweite Spekulantentum verhindert noch werden die Verursacher der gegenwärtigen Krise an den Kosten beteiligt“, so Bortenlänger weiter, „vielmehr bringt diese Steuer eine ganze Reihe gravierender Nachteile mit sich“:

 

Nachteile einer Transaktionssteuer:

 

·         die Steuer trifft weniger die Banken, die die entstandenen Kosten weiter geben, sondern den Staat, seine Wirtschaft und seine Bürger;

·         Privatanleger, die beispielsweise in ihre Altersvorsorge mittels Fonds oder anderer Produkte investieren, wären von der Steuer betroffen und müssten mit geringeren Renditen rechnen;

·         für Unternehmen wie für den Staat wird es noch schwieriger, sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren;

·         die international agierenden Spekulanten werden ihr Verhalten aufgrund einer solchen Steuer kaum ändern, vielmehr nach neuen Wegen im Graumarktbereich suchen, um ihre Gewinne zu optimieren;

·         das gewollte Engagement vieler Privatanleger in Aktien würde durch eine Finanztransaktionssteuer noch weiter geschmälert;

·         die Liquidität auf den Finanzmärkten insgesamt würde sich verringern, Marktschwankungen würden zunehmen und wahrscheinlich würden sich auch die Kurse insgesamt auf deutlich niedrigerem Niveau entwickeln – mit allen Folgewirkungen etwa für Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen und Investmentfonds.

 

„Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer wäre für Deutschland ein klassisches Eigentor“, so Bortenlänger weiter. „Diese Einschätzung teilt auch die Finanzplatz München Initiative (fpmi), ein Zusammenschluss von mehr als fünfzig Finanzinstituten, Versicherungen, Asset- und Private-Equity-Gesellschaften“, so Bortenlänger, die auch Sprecherin der fpmi ist. „Weiterhin besteht die Gefahr, dass sich bei Einführung einer solchen Steuer die Spekulanten vom überwachten Börsenhandel in den grauen Kapitalmarkt bewegen. Die gegenwärtige Krise hat aber gezeigt, dass wir mehr und nicht weniger Transparenz benötigen“, so Bortenlänger abschließend.

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