Fonds-Report
01.03.2010 von Boerse Muenchen
Nach einem kurzen Zwischenhoch ist in der Vorwoche wieder der Alltag
an den internationalen Börsen eingekehrt. Die anhaltenden griechischen
Finanzprobleme und durchwachsene Konjunkturdaten sorgten für Druck auf
die Kurse. Auch die Tatsache, dass bei der zu Ende gehenden
Unternehmensberichtssaison relativ überzeugende Zahlen veröffentlicht
wurden, stützte die Märkte nur wenig. Der Grund: Nicht wenige Analysten
bemängelten fehlende positive Perspektiven der Unternehmen für dieses
Jahr. Hinzu kam der gigantische Jahresverlust des US-Baufinanzierers
Fannie Mae in Höhe von 74,4 Milliarden Dollar und der von ihm
angekündigte weitere Kapitalbedarf. Erst zum Wochenende hin sorgten
Gerüchte darüber, dass Deutschland Griechenland mit bis zu fünf
Milliarden Euro unter die Arme greifen könn-te, für eine
Aufwärtstendenz. Diese verringerte den Wochenverlust in Deutschland
allerdings nur etwas. Insgesamt verlor der Deutsche Aktienindex (Dax)
im Wochenverlauf 2,2 Prozent auf 5.598,46 Punkte. In New York rutschte
der Dow-Jones-Index um 0,7 Prozent auf 10.325,26 Zähler ab. Der
marktbreitere S&P-500-Index verlor 0,4 Prozent auf 1.104,49 Punkte.
Nach
Ansicht vieler Analysten wird Griechenland auch in der aktuellen Woche
weiter das Geschehen an den Börsen bestimmen. Viele Marktteilnehmer
erwarteten, dass das Thema schnell gelöst werde, hieß es dazu auf dem
Parkett. Diese Hoffnung teilen etliche Analysten allerdings nicht.
Stattdessen rechnen sie mit einer andauernden Hängepartie und
entsprechenden Auswirkungen auf die Aktien- und auf die Devisenmärkte.
Sollte es nach wie vor keine konkrete Lösung in Sachen Griechenland
geben, so das einhellige Urteil der Auguren, dann werde der Euro weiter
unter Druck stehen. Ob angesichts der alles überstrahlenden Probleme
Griechenlands auch die anstehenden neuesten Konjunkturdaten wie von
Analysten erwartet die Märkte bewegen, bleibt abzuwarten – zumal sie
nach den Erfahrungen der vergangenen Monate wieder sehr gemischt
ausfallen dürften.
EZB veröffentlicht Euroraum-Fondsstatistik
Dass
die von deutschen Investmentgesellschaften verwalteten Volumina im
Vorjahr gestiegen sind, hatte der Bundesverband Investment und Asset
Management bereits vor einigen Wochen gemeldet. Jetzt hat die
Europäische Zentralbank (EZB) nachgezogen und eine Fonds-Statistik für
den Euroraum zum Jahresende 2009 veröffentlicht. Danach lag das
Gesamtvolumen der Investmentfonds des Euroraums zum 31. Dezember 2009
bei 6,156 Billionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte es lediglich 5,285
Billionen Euro betragen. Als Grund für den Anstieg nennt die EZB sowohl
einen positiven Netto-Absatz bei den Fonds als auch gestiegene Kurse.
Wie in Deutschland, so verabschiedeten sich allerdings auch im gesamten
Euroraum die Anleger aus Geldmarktfonds. Das Volumen dieser
Anlagevehikel sank nach Angaben der EZB von 1,25 Billionen Euro Ende
2008 auf 1,20 Billionen Euro ein Jahr später. Den höchsten Anteil am
Fondsmarkt hatten Rentenfonds. Ihr Volumen betrug Ende 2009 insgesamt
1,577 Billionen Euro. Auf Platz zwei folgen Aktienfonds mit 1,449
Billionen Euro, gefolgt von Mischfonds mit 1,215 Billionen Euro.
DWS sieht sich auf gutem Kurs
Nach
einem schlechten Geschäftsjahr 2008 und vielen Problemen mit den
Rentenfonds lief es 2009 bei der DWS offensichtlich wieder deutlich
besser. Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank ist ihre Rolle als
eindeutiger Platzhirsch zwar los, konnte im Rahmen ihrer
Jahrespres-sekonferenz allerdings verkünden, dass das vergangene
Geschäftsjahr „außerordentlich erfolgreich“ verlaufen sei. Die
verwalteten Anlagegelder seien um 12 Prozent auf 108 Milliar-den Euro
gestiegen, teilte das Unternehmen mit und folgerte: „Von den großen
Fondsgesellschaften in Deutschland erzielte die DWS damit den stärksten
Anstieg des Fondsvermögens.“ Konkret verbuchte die DWS bei den
Aktienfonds Mittelzuflüsse in Höhe von knapp 6 Milliarden Euro.
Einschließlich der Kursgewinne stieg das Volumen der DWS-Aktienfonds
sogar um 18 Milliarden Euro auf 63 Milliarden Euro. Auch bei den
Rentenfonds verzeichnete die Gesellschaft positive Mittelzuflüsse.
Diese beliefen sich auf 3,4 Milliarden Euro.
Kaldemorgen sieht Überbewertungen bei schlechten Unternehmen
Die
weitere Entwicklung an den Rentenmärkten sieht die DWS im Übrigen
durchaus optimistisch. Sowohl Unternehmensanleihen als auch Anleihen
aus Schwellenländern blieben attraktiv, sagte Asoka Wöhrmann,
weltweiter Leiter des DWS-Rentenfondsmanagements. Ein durchwachsenes
Bild zeichnete indessen Klaus Kaldemorgen, bezüglich der weiteren
Ent-wicklung an den Aktienmärkten. Kaldemorgen, der sowohl Sprecher der
DWS-Geschäftsführung und weltweiter Leiter des Aktienfondsmanagements
der Gesellschaft ist, erklärte: „Von den beispiellosen geld- und
fiskalpolitischen Geldspritzen berauscht, haben die Aktienmärkte 2009
weltweit zulegen können. Gerade die Kurse von Unternehmen geringer
Qualität und hoher Konjunkturanfälligkeit sind ihrem fairen Wert
davongeeilt.“ In Folge der entfesselten Staatsausgaben wachse jedoch
mittlerweile auch an den Aktienmärkten die Angst, dass die Staaten die
Schulden nicht in den Griff bekommen, so Kaldemorgen weiter. Für
werthaltige Unternehmen ist Kaldemorgen allerdings optimistisch
gestimmt: „Unterneh-men haben in der Krise eindrucksvoll ihre
Anpassungsfähigkeit demonstriert und können sich an den Märkten wieder
zu sehr niedrigen Konditionen kapitalisieren.“ Mit Hinweis auf das
historisch niedrige Zinsaufkommen für Barmittel erklärte er zudem: „Am
Ende werden Akti-en auch 2010 höhere Renditen abwerfen als Renten.“
Umfrage: relativ wenig Bedarf an weiteren ETFs
Der
deutsche Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) wächst nach wie vor
deutlich – und damit auch die Anzahl der am Markt befindlichen
Produkte. Einer Umfrage der Agentur Kommalpha unter 160
Marktteilnehmern zufolge sehen aber viele von Ihnen zumindest kei-nen
Bedarf an neuen ETF-Einführungen. Insgesamt 79 Prozent der
Umfrageteilnehmer seien der Meinung, es geben keinen oder nur geringen
Bedarf an neuen ETF-Produkten, so Kommalpha. Am ehesten sehen sie noch
Bedarf an neuen ETFs für institutionelle Anleger. Für ETF-Neuemissionen
in diesem Bereich votierten immerhin 43 Prozent der Befragten.
Änderungen im Kursblatt
In der vergangenen Woche gab es folgende Kursblatt-Änderungen bei den an der Börse München notierten Fonds:
Der Name des folgenden Fonds hat sich geändert:
– WOWI RENDITEFONDS INKA (ISIN: DE0009757278). Der Fonds wird jetzt unter dem Namen „WOWI RENDITEFONDS“ gehandelt.
Eingestellt wurde die Notierung folgender Fonds:
– ALL. NACM WACHSTUM GLOBAL (ISIN: DE0008481839)
– DWS ASIATISCH. AKT. TYP O (ISIN: DE0008490830)
– SELIGM. G. H. S. - GLOB. TECH. A (ISIN: LU0081655218)
– UBS (L.) EQ. 2 - SUS. EU. EQ. EOPA (ISIN: LU0219906632).
Der nächste Fonds Report erscheint am Montag, 8. März 2010
