fpmi inside etabliert sich

28.07.2010 von Finanzplatz München Initiative

In sommerlicher Atmosphäre und mit einem glänzend aufgelegten Redner fand am 8. Juli die dritte Netzwerk-Veranstaltung der Reihe fpmi inside statt, zu der die Finanzplatz München Initiative (fpmi) in die Räume der Bayerischen Börse eingeladen hatte.

„Das Geschäftsmodell eines Versicherers in Zeiten der Finanzkrise", mit diesem Impulsvortrag eröffnete Franz Kühnel, Vorstandsmitglied der Versicherungskammer Bayern, den Abend. Seine ursprüngliche Annahme, „ich müsse hier Banker erst einmal das Versicherungsgeschäft erklären“, erwies sich angesichts vieler Teilnehmer aus der Versicherungsbranche nur zum Teil als begründet. Damit aber auch die Branchenfremden den Ausführungen folgen konnten, stellte Kühnel kurz die drei Geschäftsbereiche eines Versicherers – Schaden-, Kranken- sowie Lebensversicherung – mit ihren Chancen und Risiken auch mit Blick auf die Finanzkrise dar.

Sein Fazit:  Das Geschäftsmodell Versicherung ist stabil. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten berühren in Teilbereichen nur den Geschäftsbereich Lebensversicherung – mit über 90 Mio. Lebensversicherungsverträgen die Kapitalsammelstelle. Die Hauptschwierigkeit der Versicherer sei dabei nicht die hohe Volatilität an den Märkten, sondern ein mögliches „Japan-Szenario, das heißt zehn Jahre lang ein Niedrigzins-Szenario“, so Kühnel.

Mit Blick auf die hohe Volatilität in der Krise nutzte Kühnel die Gelegenheit, dem oftmals gehörten Vorwurf an die Versicherer, sie verstärkten durch ihr Handeln in der Krise die Marktturbulenzen, etwas entgegen zu setzen. Hintergrund sei das zyklische Modell der Versicherer. „Wenn gewissen Risikoschwellen im Aktienmarkt erreicht sind, steigen alle Versicherer aus.“ Aufgrund der erheblichen Investitionssummen sei hier dann ein hoher Hebel gegeben, der das Börsengeschehen beeinflusse.

Ein großes Thema in der an den Vortrag anknüpfenden Diskussionsrunde war die klassische Lebensversicherung, für die Vertriebsvorstand Kühnel eine Lanze als Instrument der Basisabsicherung brach. „Sie habe eine Renaissance erfahren und das Bedürfnis von Kunden nach Sicherheit und Garantien genau getroffen.“, stellte Kühnel fest.. Allerdings hätten sich in den vergangenen Jahren auch Fehler der Lebensversicherer gezeigt. „Wir haben zu lange an einem stabilen, aber unflexiblem Geschäftsmodell gehangen“, sagte Kühnel. Dies führte dazu, dass bei den immer öfter gebrochenen Lebensläufen die Versicherungen teilweise nicht mehr durchzuhalten seien, was sich auch in der Zahl der Vertragskündigungen spiegle. Die Lösung liege hier in einer Flexibilisierung.

Darauf angesprochen, in wie weit Banken und Versicherungen zusammenpassten oder ob das Scheitern der Fusion Allianz und Dresdner Bank nicht beispielhaft sei, verwies Kühnel auf das eigene Haus, das in die S-Finanzgruppe eingebunden sei. „Das Geschäftsmodell funktioniert, und ich kann sagen, dass Banken ein interessanter Vertriebsweg, aber auch interessante Eigentümer sind.“

Das den Abend beschließende Get together fand angesichts der hochsommerlichen Temperaturen im Hof der Bayerischen Börse statt, auch das Buffet war im Freien aufgebaut. Hier konnten die rund sechzig Teilnehmer – Nachwuchs- und Fachkräfte der fpmi-Mitgliedsunternehmen, die auf persönlichen Vorschlag der Vorstände bzw. Geschäftsführer der jeweiligen Unternehmen eingeladen worden waren – die begonnenen Diskussionen weiterführen, alte Kontakte pflegen und neue knüpfen. Gastgeberin Christine Bortenlänger, Sprecherin der fpmi und Vorstand der Bayerischen Börse, zog ein positives Resümee: „Ich freue mich über den hier stattgefundenen intensiven Austausch zwischen Bankern und Versicherungsmitarbeitern, denn genau diese übergreifende Vernetzung wollen wir mit der fpmi auch erreichen. Die erneut sehr positive Resonanz der Eingeladenen zeigt, dass sich fpmi inside als Networking-Veranstaltung etabliert hat.“

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