Geldpolitik und Networking bei der Veranstaltung fpmi inside

28.04.2010, Finanzplatz München Initiative

Die Mischung aus hochkarätigem Referenten und intensivem, informellem Austausch kennzeichnete auch die zweite Veranstaltung der Reihe fpmi inside am 22. April 2010. Alois Müller, Präsident der Hauptverwaltung München der Deutschen Bundesbank, hielt diesmal das Impulsreferat, das den Abend einleitete.

Zum zweiten Mal nach November 2009 hat die Finanzplatz München Initiative (fpmi) Nachwuchs- und Fachkräfte ihrer Mitgliedsunternehmen zu der Veranstaltung fpmi inside in den Räumen der Bayerischen Börse am Münchner Karolinenplatz begrüßt. Die gut 80 Teilnehmer wurden dabei auf persönlichen Vorschlag der Vorstände bzw. Geschäftsführer der jeweiligen Unternehmen eingeladen.

Eingeleitet wurde der Abend nach einer Begrüßung durch Christine Bortenlänger, Sprecherin der fpmi und Mitglied der Geschäftsführung der Börse München, durch einen Vortrag von Alois Müller zum Thema „Geldpolitische Herausforderungen in der Krise“. Bortenlänger zitierte eingangs aus dem breiten Meinungsspektrum zu diesem Thema. Dieses lasse sich in der Aussage zusammenfassen, dass sich die Geldpolitik in jüngster Zeit Herausforderungen wie in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegenüber sehe. Müller selbst sprach allerdings lieber von einer „verantwortungsvollen Aufgabe“. Er führte dabei aus, dass sich die Lage an den Finanzmärkten und die Konjunktur spürbar stabilisiert hätten, auch wenn die nach wie vor bestehenden erheblichen Belastungen und erkennbaren Risiken für die deutsche Wirtschaft nicht übersehen oder vernachlässigt werden dürften. Die Verbesserung sei auch auf die „ungewöhnlichen Maßnahmen“ zurückzuführen, die das Eurosystem angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise gemeinsam mit anderen Notenbanken unternommen habe.

Müller machte deutlich, dass das sich abzeichnende Ende der Krise auch ein Ende der geldpolitischen Sondermaßnahmen bedeuten müsse. Dabei gelte es natürlich, den richtigen Zeitpunkt zu finden, „nicht zu früh, aber auch nicht zu spät“. Als einen wichtigen Schritt hierbei führte Müller die Rückkehr zu den Zinstendern früherer Zeiten an.

Müller äußerte sich auch zu zwei oftmals in der Diskussion stehenden Folgen der Krise. Zum einen zu der vielfach befürchteten Kreditklemme – für diese sieht er auf breiter Ebene keinen Hinweis – und zum anderen zur geplanten Regulierung der Banken. Hier gebe es sinnvolle Überlegungen, beispielsweise zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung der Banken.

„Diskrepanzen innerhalb der USA sind größer als die im Euro-Raum“

In der sich an die Rede anschließenden Diskussion spielten auch Aspekte und Folgen der aktuellen Lage Griechenlands eine Rolle. So wurde die Frage gestellt, ob ein Problem nicht darin bestehe, dass es eine gemeinsame Währungs-, aber keine gemeinsame Finanzpolitik gebe? Müller bezeichnete die Währungsunion als klaren Gewinn. Ohne Währungsunion hätte es beispielsweise in der aktuellen Situation einen Aufwertungsdruck auf die D-Mark gegeben, der der Bundesrepublik nicht gutgetan hätte. Die eigentliche Schwierigkeit liege vielmehr darin, dass Länder wie Griechenland oder Portugal die Vorteile, die die Währungsunion gebracht habe, nicht genutzt hätten. Zwar erklärte Müller, dass der Euro-Raum kein optimaler Währungsraum sei, aber ein solcher seien auch die USA nicht. „Die Diskrepanzen innerhalb der USA sind teilweise größer als die im Euro-Raum.“

Auf die Frage, welche Instrumente man nach Wegfall von Wechselkurs und Zinsen noch habe, um auf eine Auseinanderentwicklung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit reagieren zu können, nannte Müller den Arbeitsmarkt. Ein Finanzausgleichsystem sei seiner Ansicht nach ausgeschlossen. Es bleibe nur der interne Anpassungsprozess, auch wenn dieser schmerzhaft sei. Sehr kurz fiel Müllers Antwort auf die künftige Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses aus: Hierzu äußere er sich nicht, hier sei eine Prognose so falsch wie die andere.

Die Diskussion um Geldpolitik, Griechenland und Währungskurse setzte sich dann auch bei Buffet und Getränken im Anschluss fort. Dabei nutzten die Teilnehmer wieder bis nach dem offiziellem Schluss der Veranstaltung die Gelegenheit zum Kennenlernen sowie zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Gastgeberin Christine Bortenlänger jedenfalls zeigte sich sehr zufrieden mit dem Abend: „Neben dem Umstand, den sicherlich besten Ansprechpartner zum Thema Geldpolitik in München als Redner hier gehabt zu haben, freue ich mich vor allem über die intensiven Gespräche zwischen den anwesenden High Potentials. Diese zeigen, dass fpmi inside einen sehr gut funktionierenden Rahmen darstellt, um den Netzwerk-Gedanken der fpmi mit Leben zu erfüllen.“

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