Zeil: „Bayern findet zu gewohnter Stärke zurück“

von Bayerisches Staatsministerium

MÜNCHEN    „Bayern ist 2010 im Exportgeschäft auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Ausfuhren des Freistaats sind gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 35 Jahren nicht mehr. Bayerns Exportwirtschaft hat somit binnen eines Jahres den krisenbedingten Rückgang großteils wieder aufgeholt. Dies zeigt die hohe Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen, die ihre Chancen auf den Weltmärkten optimal nutzen“, kommentiert Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil die vorliegenden Gesamtdaten der bayerischen Außenhandelsstatistik 2010.

Die Ausfuhren wiesen insbesondere im zweiten und dritten Quartal hohe Wachstumsraten auf. Auch im vierten Quartal legten die Exporte weiter zu, wenn auch mit einer etwas geringeren Dynamik. Dies stimme weiter zuversichtlich für das laufende Jahr. „Trotz bestehender Risiken für die Weltkonjunktur bin ich optimistisch, dass die hervorragend aufgestellte bayerische Exportwirtschaft im Jahr 2011 wieder einen neuen Außenhandelsrekord aufstellen kann“, betont Zeil.

Die Bayerische Staatsregierung werde die Unternehmen im Freistaat bei ihrem Weg auf die Weltmärkte weiterhin tatkräftig unterstützen. Wirtschaftsminister Zeil nennt beispielhaft die Fortführung des Maßnahmenpakets Außenwirtschaft mit dem Ziel, die Exportquote des bayerischen Mittelstands weiter auszubauen. „Wir haben unser einzigartiges Netzwerk von Auslandsrepräsentanzen weiter ausgebaut. Allein 2010 wurden drei neue Repräsentanzen des Freistaats eröffnet. Rund um den Globus stehen den Unternehmen nun 23 kompetente Anlaufstellen bei der Erschließung neuer Exportmärkte zur Seite. Dies hilft insbesondere Exportneueinsteigern aus dem Mittelstand bei der notwendigen Vermittlung von Ortskenntnis und Kontakten“, erklärt der Minister.

Bayerische Exportschlager waren 2010 unverändert Fahrzeuge. Die Exporte in diesem Bereich legten um 18,5 Prozent auf rund 45 Milliarden Euro zu. Zusammen mit den ebenfalls deutlich gestiegenen Ausfuhren bei Maschinen (+10,9 Prozent), elektrotechnischen sowie chemischen Erzeugnissen (+24,2 bzw. +22,6 Prozent) dominieren diese Warengruppen das bayerische Auslandsgeschäft mit einem Anteil am Gesamtexport von über zwei Dritteln.

Bayerns Exportwirtschaft konnte ihre Tätigkeit insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländer deutlich ausbauen. Die Exporte nach China ragen mit einem Zuwachs von 61,6 Prozent deutlich heraus. China ist somit zum drittwichtigsten Exportland nach den USA (+23,2 Prozent) und dem benachbarten Österreich (+7,1 Prozent) geworden. „China wird in absehbarer Zukunft Bayerns wichtigster Handelspartner werden. Die Exporterfolge ins Reich der Mitte zeigen exemplarisch, dass die Produktpalette bayerischer Unternehmen nicht nur optimal für die Bedürfnisse hochindustrialisierter Partner in Europa und Amerika, sondern auch für die Märkte rasant wachsender Schwellenländer maßgeschneidert ist“, erläutert Zeil. Das bewiesen auch die hohen Wachstumsraten der Ausfuhren in die Tigerländer Südostasiens (+41,4 Prozent), nach Asien insgesamt (+40,9 Prozent) sowie nach Lateinamerika (+44,9 Prozent) mit Brasilien (+55,2 Prozent) an der Spitze.

Der Löwenanteil der bayerischen Exporte geht mit einem Anteil von über 50 Prozent aber weiterhin in die Europäische Union. Die langsamere konjunkturelle Erholung in der EU spiegelte sich allerdings in der mit 9,8 Prozent unterdurchschnittlichen Wachstumsrate bayerischer EU-Exporte wieder. Dabei ergab sich für die wichtigsten europäischen Exportländer ein differenziertes Bild: So entfiel auf Frankreich (+5,9 Prozent) ein deutlich niedrigeres Wachstum als auf Italien (+10,4 Prozent) oder Großbritannien (+11,2 Prozent). Den höchsten Exportzuwachs, wenn auch auf niedrigem Niveau, verzeichnet die Slowakei (+34,1 Prozent). „Gleichzeitig profitieren unsere europäischen Nachbarn auch vom Aufschwung der bayerischen Wirtschaft, die deutlich mehr Importe aus der EU (+17,1 Prozent) nachfragte“, sagt Zeil.

Insgesamt beliefen sich die Ausfuhren Bayerns im Jahr 2010 auf 145,1 Milliarden Euro. Die Einfuhren erreichten einen Wert von 131,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 19,7 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Die verteuerten Rohstoffimporte haben dabei erheblich zum Anstieg der Einfuhren beigetragen.

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