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    <title>FPMI-Pressespiegel [de]</title>
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    <pubDate>Thu, 22 Jul 2010 11:15:22 +0200</pubDate>
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      <title>Der Löwe zeigt Schwächen</title>
      <description><![CDATA[von Axel Höpner, im Handelsblatt erschienen am 10.09.2008.<br /><br /><strong>Dereinst hatte sich München angeschickt, Frankfurt den Rang als deutsche Finanzmetropole abzulaufen. Die Partystimmung ist allerdings verflogen: In Zeiten der Finanzkrise herrscht auch in Bayerns Hauptstadt vielerorts Katerstimmung. Doch der Münchener Standort bleibt der schönste.</strong><br /><br />MÜNCHEN. In Münchens Finanzwelt herrscht noch trügerische Ruhe. Nur eine Handvoll Beschäftigte hat es sich an diesem Vormittag am Brunnen im Innenhof der BayernLB auf einem der Aluminium-Stühle gemütlich gemacht. Im Anzug und Kostüm genießen die Banker die letzten Sommer-Sonnenstrahlen, trinken einen Kaffee, studieren Unterlagen. Viele der Kollegen sind noch im Urlaub. Das Reisebüro in den Arkaden lockt Spätentschlossene nach Mauritius (1979 Euro) und Kroatien (259 Euro). Die letzte Woche der Sommerferien, wenn bereits die Nebensaison-Tarife gelten, ist bei den Bayern eine beliebte Reisezeit.<br /><br />Doch die Ruhe täuscht. Hinter den Kulissen waren die großen Münchener Finanzkonzerne in den vergangenen Wochen intensiv mit sich selbst beschäftigt, die Drähte zu den verreisten Managern in die Urlaubsdomizile glühten. Der Allianz-Konzern verkauft die Dresdner Bank. Die BayernLB sucht nach schweren Verlusten neue Investoren. Die HVB arbeitet Pläne für den neuen Stellenabbau aus. Der Finanzplatz München hat nach einer Reihe schlechter Nachrichten um seine Position zu kämpfen. „Die haben gerade keinen guten Lauf“, meint ein Frankfurter Bank-Manager.<br /><br />Dereinst hatte sich München angeschickt, Frankfurt den Rang abzulaufen. Die neue Hypo-Vereinsbank stieg zur Nummer zwei unter den deutschen Privatbanken auf, die Allianz kontrollierte die Dresdner Bank von der Isar aus, und die BayernLB weitete aggressiv ihre Geschäfte aus. „Mia san mia“ lautete das Credo auch im Finanzsektor.<br /><br />Die Partystimmung aber ist verflogen, in Zeiten der Finanzkrise herrscht auch in München vielerorts Katerstimmung. Die HVB hat ihre Unabhängigkeit verloren, die neuen Besitzer von der italienischen Unicredit lassen keinen Zweifel daran, wer das Sagen hat. Die BayernLB wiederum gehört zu den Hauptverlierern der Finanzkrise und wäre in der diskutierten Fusion mit der LBBW nur Juniorpartner. Die Dresdner Bank schließlich wird künftig wieder von Frankfurt aus beherrscht. Selbst die kreuzsolide Münchener Rück schockierte die Märkte vor einigen Wochen mit einer Gewinnwarnung.<br /><br />Krise? Welche Krise? Am Finanzplatz gibt man sich unverdrossen „Natürlich ist der Finanzplatz durch die Finanzkrise und Veränderungen in der Bankenwelt auch geschwächt worden“, räumt Wolfgang Gerke ein. Der Banken-Professor mit der Fliege und dem Schnauzbart ist der Tausendsassa der bayerischen Finanzbranche. Als Präsident des bayerischen Finanzzentrums hebt er die noch immer immense Bedeutung des Standorts hervor. Man dürfe nicht nur auf die großen Banken schauen. Bei Themen wie Private und Venture Capital zum Beispiel oder beim Asset Management und vor allem natürlich im Versicherungssektor sei München weiterhin die Nummer eins.<br /><br />In der Finanzkrise hat sich die Konkurrenz aus Frankfurt zudem ja keineswegs besser geschlagen. HVB-Chef Wolfgang Sprißler hat die Bank sogar vergleichsweise erfolgreich durch die Stürme gesteuert. So herrscht dieser Tage trotz des verschärften Sparkurses hier vergleichsweise entspannte Stimmung. Am prächtigen Gründerzeit-Palais in der Münchener Innenstadt, das die Zentrale der HVB beherbergt, schlendert gerade auf dem Weg zum Luxushotel Bayerischer Hof eine Gruppe arabischer Touristen vorbei. Für sie ist die bayerische Landeshauptstadt so attraktiv wie eh und je.<br /><br />Eine gute Lage hat die HVB da erwischt, nicht unweit von BayernLB und Münchener Börse. Doch ein echtes Banken- oder Finanzviertel sucht man an der Isar vergebens. Der größere Teil der HVB-Verwaltung ist in eher schnöden Bürohäusern außerhalb der Innenstadt untergebracht. Allianz und Münchener Rück wiederum residieren angemessen in der Königinstraße direkt am Englischen Garten. Andere Spieler des Finanzplatzes sind weit verstreut. So hat sich der erfolgreiche Immobilienfinanzierungs-Vermittler Interhyp ein eher spartanisches Gewerbegebäude im tristen Münchener Norden ausgesucht. Andere, wie zum Beispiel Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, haben sich außerhalb der Stadtgrenzen niedergelassen.<br /><br />Die Frankfurter Bankentürme setzen da schon ein stärkeres Ausrufezeichen. Doch das stört die Münchner wenig. „In Deutschland gibt es drei große Finanzkonzerne. Zwei davon haben ihren Sitz in München“, sagt Günther Picker, Geschäftsführer des bayerischen Bankenverbands. Allianz und Münchener Rück dominieren die deutsche Versicherungswirtschaft. Gut, sie haben derzeit beide ihre eigenen Probleme. Doch im Kerngeschäft fahren die stillen Riesen von der Königinstraße weiterhin Milliardengewinne ein.<br /><br />Auch der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate, sagt Picker, spiele seit der Depfa-Übernahme international eine noch bedeutsamere Rolle. Hinzu kämen bedeutende Privatbankiers und Vermögensverwalter. Zudem schwäche die Übernahme der HVB durch Unicredit den Finanzplatz keineswegs: „Wir sind auf dem Weg zu einem europäischen Finanzmarkt. Hier sind Unicredit und die Hypo-Vereinsbank Vorreiter.“ Ähnlich sieht das HVB-Chef Sprißler. „Zugegeben, Bayern und der Finanzplatz München haben durch den Zusammenschluss von Hypo-Vereinsbank und Unicredit einige Zentralfunktionen verloren“, räumt er ein. Gewonnen habe der Finanzplatz aber unter anderem eine starke europäische Bank, die wichtige Teile ihres Geschäftes - nämlich Investment-Banking und Firmenkundengeschäft - von München aus verantworte.<br /><br />Vermögensverwalter Jens Ehrhardt sieht es nüchtern. „Frankfurt ist der Finanznabel Deutschlands.“ Um die Main-Metropole komme man nicht herum, allein: „Dafür ist München der schönere Platz.“ Das sehen viele Wohlhabende genauso und lassen sich bevorzugt am Starnberger See und am Tegernsee nieder. Zumindest in der Vermögensverwaltung dürfte daher München auch weiterhin eine dominante Rolle spielen.]]></description>
      <link>http://www.fpmi.de/de/presse/pressespiegel/artikel/items/der-loewe-zeigt-schwaechen.html</link>
      <pubDate>Wed, 10 Sep 2008 16:13:00 +0200</pubDate>
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